Best of „MSO“ Teil 1 – Heute: Arnsberg. Die Stadt die Verrückte macht.


Man muss ja nicht immer alles wegwerfen. In loser Reihenfolge gibt es einige Artikel aus meinem alten Blog noch einmal im Schlaraffenland. Viel Spaß damit.

22. September 2010

Ich bin ja letzte Woche mit einem Heldenhaften Sprung vor einem Krankenwagen ausgewichen. Dabei verletzte ich mich. Soweit wisst ihr das ja schon. Am nächsten Tag ging ich ins Krankenhaus, weil mein Fuß immer schlimmer schmerzte und ich nicht mal mehr schlafen konnte. Wie naiv ich doch war.Station 1: Das MSO geht ins Neheimer Krankenhaus. Weil es ja so naheliegend ist. Ich humpele also unter scherzen einmal durch die halbe Stadt (Neheim ist ja nicht besonders groß. Also wars nicht son Problem.) In der Lobby des ultramodernen und sehr schicken Gebäudes (typisch Neheimer Geldadel) sagt mit die freundliche Rezeptionistin, dass es keine Notaufnahme für chirurgische Fälle in Neheim gäbe. „Nehmen sie sich ein Taxi und fahren sie nach Hüsten.“ Toller Tipp. Bin ich ein Anwalt auf Rente, dass ich mir so was leisten kann? Ich muss ja auch wieder zurück. Also wäre alleine die Fahrerei 40 Euro. Und ich hab nur 20 auf der Tasche.Station 2: Ich bin wieder nach hause gehumpelt. Erstmal die Arbeit zum zweiten mal am heutigen Tage anrufen. „Ich kann nicht sagen wie lange ich ausfalle, weil mich hier in Neheim keiner behandeln will! Ich muss irgendwie nach Hüsten kommen. Ich ruf an wenn ich mehr weiß.“ Mangels Kohle bleibt mir nichts andere übrig als den OMMI zu bemühen. Ich wollte ja gar nicht selber fahren. Schon alleine weil der Kuppelfuß so Arsch weh tut.Station 3: Mit Tränen in den Augen komme ich am Hüstener Krankenhaus an. Wo bitte ist der Eingang? Achso. Vom Parkplatz aus 500 Meter südöstlich. Humpel, humpel. „Hallo. Wo ist die Notaufnahme?“ (Inzwischen komme ich mir bei der Frage echt dämlich vor. Denn bei all dem Gerenne hätte ich auch zur Arbeit gekonnt. Hätte genauso weh getan.) Die freundliche Antwort des Pförtners: „500 Meter südwestlich. Am anderen Ende des Gebäudes. Sie erkennen das daran, dass man durch die Fenster den Parkplatz sieht.“

500 Meter später. Eine weitere Rezeption. Ich schildere meine körperlichen Beschwerden wegen denen ich da bin. „Tut mir leid. Chirurgische Fälle können wir nicht behandeln. Wir können sie untersuchen aber zur Weiterbehandlung müssen sie zu einem Arzt für chirurgische Medizin. Der hat auf dem Gelände eine Praxis. Dann müssen sie hier und dort jeweils 10 Euro bezahlen. Wollen sie das?“ Mir platzt die Hutschnur und ich raunze die Tante hinterm Tresen an: „Ich will gar nichts bezahlen. Ich bin verletzt. Ich will behandelt werden und nicht wie Karl Arsch von A nach Z geschickt werden.“ „Beruhigen sie sich. Wenn sie darauf bestehen sehen wir uns das an. Es dauert allerdings etwas.“

Nach einer knapp zweistündigen Wartezeit höre ich meinen Namen. Ein netter Arzt arabischer Abstammung untersucht mich. Macht Notizen und schickt mich erneut in den Warteraum. 30 Minuten später geht’s zum Röntgen. Erst der linke Fuß. Was auch richtig ist. Doch dann will die die zuständige Pflegerin mein linkes Knie durchleuchten. Ich weise sie darauf hin das es das rechte ist. Sie besteht darauf das in der Akte das Linke eingetragen ist. Der Arzt von vorhin wird gerufen. Und der bestätigt seinen Fehler. Komisch. Ich werde ja wohl wissen was mir weh tut. Warum glaubt die mir nicht? Abgesehen davon ist nicht das linke sondern das rechte Knie aufgeschlagen. Was solls…

Zum Schluss gibt es sogar fast so was wie ein Happyend. Der Arzt ist wieder da. Entschuldigt sich für seinen Irrtum und lässt mir von nem Pfleger die betroffenen Stellen bandagieren. Ich habe keine Brüche sondern nur Prellungen (was ich mir aber schon dachte, sonst hätte ich nicht so munter durchs halbe Sauerland tollen können) und die Schmerzmittel lassen mich meine Wunden vergessen. Und ich muss auch nicht zur Weiterbehandlung zum nächsten Arzt. Leider können mir die im Krankenhaus keinen gelben Schein ausstellen. Dafür muss ich am nächsten Tag nochmal zum Hausarzt. Und 10 Euro bezahlen. Arnsberg. Die Stadt die Verrückte macht.

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