Das ganze Leben ist ein Spiel


Kinder sind ja auch nur Menschen. Allerdings kann man sie leichter überzeugen etwas zu tun. Zum Beispiel aufräumen. Ich habe da mehrere Strategien die Kinder zum Aufräumen zu bewegen.

Erstens: Die Pflicht. Das ist genaugenommen keine Strategie, sondern eine Regel: Spielt ein Kind in einem Bereich muss es diesen beim Verlassen auch wieder aufräumen. Total logisch und eingeschliffen. Also machen das auch alle Kinder. Manchmal muss man sie mit etwas Nachdruck daran erinnern. Aber in der Regel klappt es.
Zweitens: Ich selbst habe etwas aufzuräumen aber nur wenig Zeit. Wie bekomme ich die Kinder dazu mitzuhelfen? Klar. Einfach fragen und auf Glück hoffen. Klappt manchmal.
Drittens: Aufgaben von Erwachsenen übertragen. Das gibt dem Kind das Gefühl etwas großes und besonderes zu machen. Was es für das Kind ja auch ist. Klappt bedingt. Manche legen keinen Wert darauf oder durchschauen das System.
Viertens: Zeig mir mal wie Stark/Geschickt/etc. du bist. Klappt auch in vielen Fällen. Gleiche Einschränkung wie oben.
Fünftens: Die „Ich-Botschaft“. „Kannst du mir Helfen?“ „Nöö. Keine Lust.“ „Ach komm schon. ICH helfe dir doch auch immer. Außerdem schaffe ICH das nicht ohne DEINE Hilfe.“ (In diesem Beispiel sind Option 4 und 5 kombiniert.)
Sechstens. Das Aufräumen als Spiel deklarieren. Wer ist schneller fertig?

Hört sich erstmal etwas schäbig an die Kinder so zu ködern. Ist es aber nicht. Denn so lernen sie auch Verantwortung für Dinge zu übernehmen mit denen sie Ursprünglich nichts zutun haben. Außerdem Merken sie sich selbst diese Kniffe. Natürlich unbewusst. Was deren Soziale Fähigkeiten verbessert. Man bringt ihnen Vertrauen entgegen. Wenn man dem Kind erlaubt eine Erwachsenen Aufgabe zu machen stärkt es das Selbstbewusstsein. Und so weiter und so weiter. Ich setze diese Mittel also in den seltensten Fällen aus Faulheit ein, sondern weil ich mir was dabei denke, oder Tatsächlich die Zeit knapp ist. Wenn man das als Begründung anbringt kann das für viele auch ein plausibles Argument sein. Diese Kniffe sind natürlich auch auf andere Bereiche als Aufräumen zu übertragen.

Zja. Und dann ist da der private Schlaraffenlandbewohner. Zuhause ist alles anders. Während man auf der Arbeit, ohne darüber nachzudenken, Speisen zubereitet, Spült, den Müll wegbringt und Betten bezieht (jeweils für 20 Personen + X) ist man zuhause etwas fauler. Ich hab bemerkt, dass ich bei mir auch eine der Strategien von oben anwende.

Ich gestalte den Hausputz wie ein Computerspiel.

Level 1: Fegen
Level 2: Staubsaugen
Level 3: Staubwischen
Level 4 (Der Supergegner auf der Mitte des Spiels): Socken aus dem Bettkasten friemeln.
Level 5: Müll rausbringen.
Level 6: Oberflächen wie Schreibtisch oder Wohnzimmertischchen putzen
Level 8 (Der Endboss): Das KLO und die DUSCHE.

Beim Spülen geht das genauso. Vom Wasserglas zur Käsespätzleauflaufform.

Allerdings funktioniert das nur in eine Richtung. Wer will schon am PC den tollen Hausputzsimulator spielen? Ich nicht…
(Das Leben ist ein scheiß Spiel. Hat aber ne geile Grafik)

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2 Gedanken zu „Das ganze Leben ist ein Spiel

  1. Meine Mutter hat es früher manchmal so gemacht, dass sie irgendwo im Zimmer was süßes versteckt hat und man alles aufräumen musste was man auf der Suche danach in der Hand hat.
    Zuimindest ne Weile hats geklappt 😀

    Peace

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